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Melitta-Porzellanfilter Informationen
1-2-3 Schnellfilter
Bis zur Mitte der sechziger Jahre galt der SF 102 als sogenannter "Familienfilter", der SF 103
als "Besuchsfilter", daß heißt der SF 102 mit einer Tassengröße von 4
bis 8 Tassen reichte für den täglichen Bedarf aus, der SF 103 mit einer Tassengröße
von 8 bis 15 Tassen wurde benötigt, wenn etwa Besuch kam.
Der zunehmende Kaffeekonsum Anfang der sechziger Jahre führte dazu, daß die Kapazität
des SF 102 nicht mehr ausreichte, der SF 103 jedoch für den täglichen Gebrauch zu groß
war. Melitta reagierte auf diese Veränderung, indem der SF 123 entwickelt und ab 1964 als
"familiengerechter Filter" propagiert wurde. Die den Filtern zugeordneten Tassengrößen
wurden so verändert, daß der SF 123 für 6 bis 10 Tassen eine Zwischengröße
bildetet zwischen dem SF 102 für 4 bis 6 und dem SF 103 für 10 bis 15 Tassen.
Der SF 123 hatte an Stelle der damals bei der 100er Serie üblichen drei, nur zwei Abflußlöcher
und besaß dadurch einen kleineren Sockel, der auch auf enge Kannen paßte. Für
den ersten Kaffeeautomaten von Melitta, den MA 120 wurden der SF 1x4 oder 123 empfohlen. Wie
die anderen Filter der 100er Serie gab es ihn in weißem Porzellan, Kunststoff und in
elfenbeinfarbenem, rosa, gelbem, grünem und blauem Steinzeug. Passend für diese neue
Größe gab es auch Filtertüten 123 zu kaufen.
1965 war die neue Filtergröße beim Verbraucher noch weitgehend unbekannnt, ein Artikel
in den Melitta-informationen ist dementsprechend überschrieben: "SF 123 -gut angekommen,
aber Millionen Verbraucher wissen von nichts". Melitta forderte die Verkäufer auf, den SF 123
verstärkt anzubieten und versuchte den Bekanntheitsgrad über Beilagen in den
Filtertütenpackungen zu steigern.
Letztendlich scheint sich diese Größte jedoch nie richtig durchgesetzt zu haben, was
vielleicht auch mit dem immer größer werdenden Marktanteil des etwas später
eingeführten 1 x-Filtersystems zusammenhängen mag.
1969 ist der SF 123 nur noch in Porzellan und in Kunststoff erhältlich und taucht ab 1972
nicht mehr in den Preislisten auf, wenn auch die passenden Filtertüten noch bis ca. 1984/85
angeboten wurden.
Kurzinfo:
eingeführt 1964 für 6 - 10 Tassen
ab 1972 nicht mehr im Angebot
erhältlich in Porzellan, Kiinststoff, Steinzeug (elfenbein, rosa, blau, grün, gelb)
Info: MI 1964, Heft Hannover-Messe; 1965, Heft 1; MI 1965, Heft 2
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Bericht aus der Rheinische Post vom 14. Mai 1998
Apropos Patente: Löschblatt als Kaffeefilter
Tässchen Kaffee gefällig? Kein Problem. Wasser in die Maschine, Filtertüte eingesetzt,
Kaffeemehl dazu, Kaffee kommt gleicht ... Diese Prozedur verläuft fast wie im Schlaf. Archive
weisen aus, daß allein in Deutschland jährlich rund zehn Milliarden Papiereinlagen
verbraucht werden, statistisch gesehen knapp 20 000 pro Minute. Das war nicht immer so. Die
Selbstverständlichkeit der "rückstandsfreien" Kaffeezubereitung ist eine Errungenschaft
der ersten Jahre dieses Jahrhunderts.
Eine Dresdner Hausfrau besiegte den körnigen Bodensatz, der bis dahin mit dem letzten Schluck
stets gegen die Lippen schwappte. Mit Hammer und Nagel setzte Melitta Bentz im Jahre 1903 ihren
Erfindungsgeist in die tat um und schlug ein Duzend Löcher in den Messingtopf. Dann nahm
sie Löschblätter aus den Schulheften ihrer beiden Söhne, zerschnitt das saugfähige
Papier und legte es in die siebartige Schale , die wie ein löchriger Deckel auf dem
Metallbecher thronte. Nach einigen Probedurchläufen während eines Kaffeekränzchens
war der Beweis erbracht: Frau Bentz hatte den Filter erfunden, der den Kaffee ganz ohne die
lästigen Rückstände lieferte.
Die clevere Hausfrau beantragte später auf ihre Erfindung einen Gebrauchsmusterschutz beim
kaiserlichen Patentamt, der auch innerhalb weniger Tage bewilligt wurde. Im Patentblatt vom
8. Juli 1908 ist zu lesen , daß ab sofort das "Filterpapier" und der "Kaffeefilter",
ausgestattet "mit auf der Unterseite gewölbtem und mit Vertiefung versehendem Boden sowie
schräg gerichteten Durchflußlöchern", geschützt war. Noch im selben Jahr
gründete Melitta Bentz eine Firma, die ihren Namen trug. Die 35jährige Hausfrau wurde
zur Unternehmerin. Das Grundkapital der "Fabrik" betrug 73 Reichspfennig ; die Produktion wurde
im Abstellraum der Vierzimmerwohnung aufgenommen. In Handarbeit stellte das Ehepaar Bentz
zusammen mit den minderjährigen Kindern die ersten Filter selbst her, um sie dann zu verpacken
und zu verschicken. Als Melitta Bentz 1950 starb, war ihr Vorname als Markenartikel in deutschen
Haushalten fest etabliert. ddt
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Eine kleine Kaffeefilter-Historie
Meine kleine Geschichte des Melittafilters werde ich mit dem Jahre 1908 beginnen. Es ist das
Geburtsjahr des Kaffeefilters. Melitta Bentz filtert zum ersten mal Kaffee, nachdem sie aus
einem Löschblatt (aus dem Schulheft ihres Sohnes geklaut) und einem durchlöcherten
Messingtopf den ersten Filter hergestellt hatte.
Mit ihrem Mann Hugo Bentz entwickelt sie die Idee des Kaffeefilters weiter und schon kurze Zeit
später wurde die Melitta-Unternehmensgruppe in Minden gegründet. Der Filter hat drei
Entwicklungsphasen bis heute durchlaufen. Bis 1932 war der Kaffeefilter ein zylindrisches Gefäß
mit durchlöchertem Boden. Zum Filtern mußte man zusätzlich einen Wasserverteiler
verwenden.
Ab 1932 wurden die sogenannten Melitta-Schnellfilter produziert. Für die runden Schnellfilter
gab es damals noch nicht die Filtertüte, sondern man verwendete planes Filterpapier, dass
durch einen Aluminium-Einrücker in die richtige Form kam. Der obligatorische Melitta-Schriftzug
auf den Filtern in Schreibschrift (von Jupp Ernst entworfen) ist ab 1932 auf den Gefäßen
zu lesen. Durch diese Schnellfilter, die 8 Löcher besassen, wurde die erste Entwicklungsphase
abgeloest. Filter aus der zweiten Entwicklungsphase kann man sehr leicht am Schriftzug erkennen.
Runde Schnellfilter die zwischen 1932 und 1937 produziert wurden, besitzen die Bezeichnung
"Schnellfilter" unter dem Melitta-Schriftzug. Darunter befindet sich die Seriennummer mit
Angaben zur Tassenmenge, z. B. Nr. 102 für 4-6 Tassen. Unter diesen Angaben befindet sich
der Schriftzug "Deutsches Reichspatent" ausgeschrieben oder abgekürzt ("D.R.G.M.-D.R.P.a.").
Die zweite Phase endete schon 1937 als die runden Schnellfilter durch die noch heute typische
ovale Form ersetzt wurde. In diesem Jahr wurde auch die Filtertüte in der dazu passenden
Form patentiert. Die Filter wurden in verschiedenen Größen in der sogenannten 100er-
Numerierung produziert. Nach einem Katalog gab es den Filter in den Größen 100, 101,
102, 103, 104, 105 und 106; 1-2 Tassen bei 100, bis zu 60-100 Tassen bei Nr. 106. Von Größe
103 an hatte der Filter einen Aluminium Schutzmantel mit zwei Henkeln, später nur mit einem
Henkel. Der Melitta Schriftzug auf den Filtern wurde noch einmal 1937 abgewandelt und hat bis
heute seine Form nicht mehr verändert. Ab 1937 liest man auf den Filtern unter dem Melitta-
Schriftzug nur noch die Seriennummer (ohne Nr.) sowie die Anzahl der Tassen. Später fällt
auch der Hinweis auf die Anzahl der Tassen weg. Achtung: es gibt auch noch einige Filter in der
typischen ovalen Form, die noch den ausführlichen Schriften-Aufdruck mit unmodifiziertem
Melitta-Schriftzug tragen. Die Anzahl der Abflußlöcher hat sich in der dritten Phase
im Lauf der Zeit von ursprünglich vier auf eines reduziert. Die ersten farbigen Filter kamen
überings 1954 auf den Markt. Ende der 50er Jahre kam auch der Melitta-Teefilter in
verschiedenen Größen auf dem Markt, der, weil Tee ziehen muß, mit einem Ablaufstab
geliefert wurde. Bis heute hat sich dieser Filtertyp mit kleinen Varianten im Programm von
Melitta erhalten, nur ist anstelle des Porzellans hochwertiger Kunststoff getreten. Der weiße
Porzellanfilter Nr. 102 ist noch heute im Laden erhältlich. Alle anderen Größen
werden heute nur noch in Kunststoff hergestellt.
Nähere Informationen zum Thema Melitta findet man im Bericht von Karl Ruisinger "Melitta-
Geschirr-Nostalgie in Pastelfarben". Erschienen ist dieser in der Zeitschrift "Der Trödler"
180/94. Diese Zeitschrift kann man noch nachbestellen. Informationen dazu findet man auf der
Homepage vom Trödler.
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1
Die Filtertüte in den trockenen Filter einsetzen.
2
Das Kaffeemehl in die Filtertüte schütten. 6 Gramm = 1 Melitta-Maß genügen
für eine Tasse. Die Kaffeemenge soll sich aber nach Ihrem persönlichen Geschmack richten.
Entscheidend ist, daß Sie den Kaffee mehlfein mahlen. Dann wird er kräftiger.
3
Mit etwas kochendem Wasser anbrühen, eine halbe Minute quellen lassen.*) Dann die vorgesehene
Wassermenge kräftig in die Mitte des Filters nachgießen. Das Filtern dauert nur etwa 3
Minuten.
*) Korn-, Malz- und Mischkaffee nicht erst anbrühen. |
Gebrauchsanleitung Teefilter
1
Den Auslauf des Filters durch Eindrücken und leichtes Drehen des Teestabes verschließen.
2
Filtertüte in den Teefilter einsetzen.
3
Tee in die Filtertüte schütten. Man rechnet bei schwarzem Tee für eine Tasse 2 Gramm
ungemahlenen oder 1,5 Gramm gemahlenen Tee. Ein Teemaß, passend für eine Tasse - 1,5 Gramm
gemahlener Tee - liegt jeder Teefilter Packung bei.
4
Filter mit kochendem Wasser füllen und den Tee ziehen lassen. (Die Ziehzeit richtet sich nach
ihrem Geschmack und nach ihrer Teesorte. Man rechnet für ungemahlenen Tee etwa 5 Minuten,
für gemahlenen Tee etwa 2-3 Minuten.) Teestab herausziehen und den Tee ablaufen lassen. Den
Rest der vorgesehenen Wassermenge direkt in die Kanne, nicht in den Filter gießen.
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Filtertypenübersicht
Quelle: Melitta Historisches Archiv
Dank an Reiner Schwarz
| Filtertypen |
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| - |
100 |
101 |
102 |
103 |
1 x 2 |
1 x 4 |
1 x 6 |
1 x 10 |
123 |
| P weiss |
1937/38 -
1976 |
1937/38 -
1981 |
1938/39 -
heute |
1955 -
1976 |
- |
1966 -
1968 |
- |
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1964 -
1972 |
| P Alu-Mantel |
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1937/38 -
(1984) |
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| S elfenbein |
1954 -
1972 |
1954 -
1975 |
1954 -
1975 |
1955 -
1975 |
- |
- |
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- |
1964 -
1969 |
| S braun |
1954 - (1964) |
1954 - (1964) |
1954 - (1964) |
1955 - (1964) |
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| S gelb |
1954 -
1972 |
1954 -
1975 |
1954 -
1975 |
1955 -
1959 |
- |
1944 -
1969 |
1965 -
1969 |
1966 -
1969 |
1964 -
1969 |
| S blau |
1954 -
1972 |
1954 -
1975 |
1954 -
1975 |
1954 -
1959 |
- |
- |
1965 |
- |
1964 -
1969 |
| S grün |
1954 -
1970 |
1954 -
1970 |
1954 -
1970 |
1954 -
1959 |
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- |
1964 -
1969 |
| S rosa |
(1964) -
1970 |
(1964) -
1970 |
(1964) -
1970 |
- |
- |
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1964 -
1969 |
| S weiss |
- |
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1969 -
1972 |
1968 -
1972 |
1968 -
1972 |
1968 -
1972 |
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| S kobaltblau |
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1966 -
1969 |
1966 -
1969 |
1966 -
1969 |
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| Be S avocadogrün |
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1970 -
1972 |
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| Be S maisgelb |
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1970 -
1972 |
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| Be S petrol |
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1970 -
1972 |
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